Reisereportagen


Lago Maggiore Piemont Veneto Pienza Tobago
Vorschau: Geht bald ein neuer Stern auf, am Flensburger Fjord?

Am 14.November ging über dem Flensburger Fjord 1 neuer Stern auf

Die Stadt des Rums, Luther und ein 2. Michelin-Stern, wie das zusammen geht, lesen unsere Genießer im Januar an dieser Stelle. Seit einiger Zeit tut sich was am Flensburger Fjord, zwischen dem dänischen Sonderburg und dem deutschen Glücksburg. Speziell der touristische Gast an der Förde profitiert von beiden Seiten, der dänischen Gemütlichkeit und dem maritimen Flair der nördlichsten Stadt Deutschlands. Dank des kleinen Grenzverkehrs sind die kühlen Norddeutschen aufgetaut und es geht heiß her im Wetteifer der modernen Thermen, Hotels und Restaurants dieser Region, sodass einem das Ostseewasser im Munde zusammen läuft.

Lago Maggiore – die italienische Seite und die Inseln

Lago Maggiore – die italienische Seite und die Inseln

Am Lago Maggiore, ach waren da nicht schon unsere Eltern im Urlaub? Besonders für die aus Deutschland kommende und durch die Schweiz reisende Touristen, bieten sich die unterschiedlichsten Möglichkeiten für einen Zwischenstopp auf der Fahrt nach Mittel- oder Süditalien. Und das neue Qualitätssiegel der Region Lago Maggiore bürgt für gute Hotels und Campingplätze zwischen dem berühmten See und dem unbekannteren Monte Rosa, immerhin Europas zweithöchstem Berg im obersten nord-östlichen Zipfel des Piemont, das sich als eine der größten Regionen Italiens fast über ganz Nordwest-Italien ausdehnt.

Weiter: Zentral am See liegt Stresa in mildem mediteranen Klima. Der Ort ist heute wie vor 150 Jahren der Ausgangspunkt für Tagesausflüge in die Region. Seit der Zeit, als sich berühmte Dichter, Denker und Maler hier trafen, haben die mondänen Hotelpaläste nichts von ihrem Charme verloren. Solange der Ort vom Fremdenverkehr lebte, entstanden immer wieder neue kleine Hotels und so findet sich heute in jeder Preisklasse eine geeignete Unterkunft, ohne dass sich der Eindruck breit macht, in einer Hotelburg gelandet zu sein. Das verkehrsberuhigte Zentrum von Stresa mit seiner Fußgängerzone und den vielen kleinen Plätzen mit zahlreichen Straßencafes, bietet neben den üblichen Touristenshops auch einige kleine Lädchen, die mit regionalen Spezialitäten aufwarten. Vom Stadtpark und einer großzügigen Promenade am Seeufer entlang, bietet sich ein Ausblick auf die Borromeischen Inseln.

Vor dem Bergpanorama der piemontesischen und Tessiner Alpen liegt die sehenswerte und vielleicht schönste von den drei Borromeischen Insel in der Form eines Schiffes. Im 17. Jahrhundert von kargem Felsen in einen Paradiesgarten der Renaissance verwandelt, kann sie von Ende März bis Ende September mit dern Fährschiff besucht werden. Der Barockgarten der Familie Borromeo, besteht aus 10 Terrassen in der Form einer Pyramide, auf der größten, der fünften Etage, liegt Il Giardino dell' amore, der Liebesgarten. Im 18. Jahrhundert wurde dieses paradiesische Fleckchen Erde sogar zu einem neuen Weltwunder gekührt.

In westliche Richtung hat man einen malerischen Blick auf die kleine Nachbarinsel, die aus der Luft betrachtet sogar die Form eines Fisches hat. So schön sie lockt, hat sie im Vergleich weder einen Palast, noch einen Park und wurde darum Jahrzehnte über links liegen gelassen. Vor 30 Jahren lebten die Bewohner tatsächlich noch vom Fischfang. Heute gibt es noch sieben miteinander verwandte. Zwischen den Häuserreihen schlängeln sich schmale Gassen hindurch. Leider ist das kleine Eiland inzwischen mit Touristenshops überladen. Lediglich ein paar Kunsthandwerker lohnen, wegen ihrer Arbeiten besucht zu werden.

Zwischen diesen beiden Inseln hindurch geht der Blick auf den See hinaus zur Isola Madre. Sie ist die größte der drei Inseln und beeindruckt mit einer prächtigen Gartenanlage und ihren fünf Terassen. Schon der Bootsanleger auf der Südseite ist mit üppigem Grün bepflanzt, sind hier doch im Durchschnitt 4° C höhere Temperaturen, als am Nordufer. Die exotischen und in Europa selten vorkommenden Pflanzen, darunter eine Libanonzeder, chinesische Teebäume, kanadische Zypressen, ägytischer Papyrus, Azaleen, Oleander, Aloen, Myrte, Pfeffer-, Kaffe- und Sagosträucher, Rhododendren, Yucca, Agaven, Anis und portugisische Erika, im Frühjahr unzählige Tulpen, stammen aus den letzten 200 Jahren. Die einst hier zahlreichen Olivenbäume sind in der kleinen Eiszeit 1750 komplet erfroren. Erst letztes Jahr knickte ein Sturm die Kaschmirzypresse.

Für größere Ausflüge kreuzen die Fährschiffe auch zur östlichen Seite des Lago Maggiore. Gegenüber von Stresa ist das bekannteste Ziel, die Walfahrtskirche Eremo di Santa Catarina del Sasso Ballaro. Die Anlage über dem Steilufer bei Sasso im Varese ist das Juwel auf dem östlichen Ufer des Lago Maggiore. Am beeindruckensten ist die Fahrt mit einem der Ausflugsschiffe direkt an den Anleger unterhalb der ursprünglichen, 2006 restaurierten Einsiedelei. Laut Legende gründete Alberto Besozzi di Arolo, der Wucherer, nach einem, Dank Santa Caterina d'Alessandria überlebten Schiffbruch 1170, die Zuflucht auf dem Sasso Ballaro. Man geht durch einen Innenhof, dann durch einen Bogengang mit Blick auf den See, kommt durch das Kloster und endet in der Kirche mit prunkvollen Fresken aus dem 13. Jahrhundert.

Weiter südlich, gegenüber des Ortes Aona überragt die Burg Rocca d' Angere den See. So bietet sich auch ein erhabener Ausblick von der auch als Kastell Rocca Borromeo über den südlichen Lago Maggiore. Der fantastische Ausblick von der malerischen Terasse im kühlen Schatten bei einer gastronomischen Erfrischung im Burgvorhof, sowie der Blick vom Burgturm Castellana auf den See und das umliegende Land sind allein einen Besuch wert. Das auf einem Kalkfelsen tronende Kastell dominiert das Südufer des Sees. Die Fresken aus dem späten 13. Jahrhundert von Michelino da Besozzo ( 1388 bis 1442 ) in allen Räumen, sowie in dem Saal der Gerechtigkeit beeindrucken ebenso, wie die gewaltigen Pressen für Wein und Öl im Innenhof und die neuzeitliche Puppensammlung, sowie die historische Sammlung funktionierender Figurenautomaten.

Tipp: Reiseführer

Weitere Tipps, Bilder und Texte finden Sie hier hier.



Piemont zwischen Gipfeln und Reisfeldern

Piemont zwischen Gipfeln und Reisfeldern

Von Deutschland durch die Schweiz kommend oder vom Gardasee nach Westen reisend, erreicht man den seit den 70er Jahren so beliebten Lago Maggiore – wegen seines milden Klimas als der Garten Europas gepriesen und die nordöstlichste Grenze des Piemont. Der Blick reicht bis zu den zwei höchsten Gipfeln Europas, dem Mont Blanc und dem Monte Rosa. Reizvoll: Ausflüge auf die vielen Inseln. Das erfrischende Bad im See, eine Bootsfahrt zur Isola Bella, die berühmt wegen ihrer Gärten und ihrer Schiffsform ist, oder auch zur kleineren Isola del Pescatori, machen bald Appetit auf die leckeren Süßwasserfische, allen voran ... Print

Weiter: ... die kleinen Rotbarsche in typischer Käsesoße, oder die feinen Esskastanien zum regionalen Boca aus Nebbiolo-Trauben. Die weiteren Seen Lago d' Orta, Lago di Mergozzo und Lago di Viverone, umgeben von ruhig gelegenen Bergdörfern, Burgen und prächtigen Villen in den mondänen Seeorten, bieten für jeden erdenklichen Freizeitbedarf verlockende Angebote.

Die Piemont-Kirsche kennt jeder, doch die vielen unbewöhnlichen Delikatessen dieser Region, welche die Geburtsstätte von Slow Food ist, reichen vom zarten Eselfleisch bis zum pikanten Gorgonzola.

Der Weg nach Turin, der Stadt, in der das Nutella erfunden wurde, wird durch feinstes Nougat und weitere Köstlichkeiten versüßt, auch wenn man nur wegen des Grabtuches, als Kopie zu sehen im Duomo di San Giovanni, in das trotz Belagerung von Napoleon uneinnehmbare Zentrum mit seinen zahlreichen Schatten spendenden Arkaden und Europas größtem Freiluftmark Balon, einfällt. Die besser dagestellte Kopie des Leichentuchs Christi findet sich in der Seitenkapelle von San Lorenzo und den wahren Überblick bekommt man von der 167 Meter hohen Mole Antonelliana, dem 1889 fertig gestellten Spitzturm und heutigen Wahrzeichen von Italiens drittgrößter Stadt. Innen unter der beeindruckenden Kuppel verbirgt sich ein fazinierendes Kinomuseum, denn in Turin lernte nicht nur der Fiat laufen, sondern auch die Bilder.

Die Fahrt durch Italiens größte Region, von den Westalpen quer durch die Poebene mit ihren riesigen Reisfeldern bis nach Alessandria hin, dem Geburtsort von Umberto Eco und dem Borsalino, weltweit Panamahut genannt, geht über sehr gut ausgebaute Fernstraßen und Autobahnen und ist darum ein beliebtes Ziel deutscher Busreiseunternehmen. Auch die Anreise mit dem Autozug nach Alessandria, oder über die Flughäfen Mailand / Malpensa, Turin und Genua, ist von den größten deutschen Städten möglich.

Die südlicheren Städtchen wie Alba und Asti, wegen ihrer Trüffelmärkte und dem Spumante berühmt, verlocken zu einem Besuch. Zwischen Monferrato und dem Roero zeigen sich weite landwirtschaftliche Flächen. In der noch südlicheren Langhe mit den kleinen Orten Bra und Barolo, die gehaltvolle Weinproben verheissen, führen atemberaubende Kurven durch hügelige Weinberge und offenbahren malerische Ausblicke in die Landschaft mit einzelnen Burgen.

Zu guter Letzt bietet sich zahlenden Besuchern das Abenteuer, einem erfahrenen Trüffelsammler mit seinen Hunden in den nahen Eichenhain zu folgen und dem zu erwartenden Fund samt Ausgrabung und anschliessendem Verzehr, fein über einen milden Käse geraspelt, beizuwohnen. Tipp: Reiseführer

Weitere Tipps, Bilder und Texte finden Sie hier. Die Geschichte als Printartikel gabs im Heft BZB/Juni/2007


Via Venedig in den venezianischen Frühling

Via Venedig in den venezianischen Frühling

Im Nordosten Italiens erstreckt sich das Veneto vom Gardasee bis nach Venedig, an welches, als eine der schönsten von 7 Provinzen Treviso mit der gleichnamigen malerischen Stadt, im Mittelalter als Vorposten und Gemüsegarten Venedigs zu Ruhm und Wohlstand gelangt, angrenzt und uns heute durch den weißroten Radicchio, echten Prosecco oder das Mode-Label Benetton zum Shoppen lockt. Man fährt vom Airport Marco Polo der populären Lagunenstadt Venice gerade mal 30 km bis zur, wegen ihrer ebenso zahlreichen Kanäle genannten „Citta delle Acque“. Durch wuchtige, 1510 restaurierte Stadtmauern ... Print

Weiter: ... den nostalgischen Geschäfts-Arkaden und historischen Wandmalereien entlang dem Bach Sile folgend, gelangt man, unbemerkt auf Inseln wandeld, von der Piazza die Signori zur ruhigen Piazza Duomo. Weiter nach Nordwesten, vorbei an einigen der 23 Villen dieser Region, etwa der an der „Strada dell' Architettura“, heute zum UNESCO Weltkulturerbe zählenden Villa Emo, welche einst Lunardo Emo, der mit seinem eingeführten Maisanbau in der von kargen Hirseerträgen verarmten Region für bessere Zeiten und die Polenta sorgte, sich zu Beginn des 16. Jahrh. bauen und mit zahlreichen Fresken von Giovanni Battista Zelotti zu seiner besten Zeit ausschmücken lies, geht es dann nach Asolo. Das malerisch gelegene Bergnest, auch Stadt der 100 Horizonte genannt, diente mit seiner Piazza und den einladenden Cafés schon Schriftstellern wie Robert Browning, Hugo von Hoffmannsthal oder Hemingway als inspirierendes Plätzchen.

Auch wer heute mit dem PKW, etwa von München via Trento in diese Region kommt, wird einen Stop in Asolo nicht bereuen, bevor es nach Norden über das breite Flußbett des Piave nach Valdobbiadene, dem westlichen Ausgangspunkt der „Strade del Prosecco“ geht. Vorbei am schönen Santo Stefano führt die kurvige Bergstraße bis Guia, wo alternativ die „Strade storia e Cultura“ nach Follina abzweigt, einem mit verträumten Gassen und bunten Häusern für diese Region charakteristischen Ort, der ab 1200 um die mittelalterliche Klosteranlage angesiedelt wurde, zahlreiche Unterkünfte aller Preisklassen bietet und sich als ein idealer Ausgangspunkt für abwechslungsreiche Touren über kurvige Straßen zwischen Weinbergen und bewaldeten Hügeln, für Biker und Radfahrer, sowie für Wanderungen in die Hügel und Weingärten anbietet.

Viele hier zu entdeckende umliegende Weindörfer locken mit Weinproben in Weinstuben (Enoteca) und kleinen Osterien. Zwei sehenswerte Wassermühlen befinden sich in der wilden Landschaft um den kleinen Ort Refrontolo, der auf halbem Weg von Follina in Richtung Conegliano, auf der nun historischen Route des Prosecco liegt. Nach Süden, entlang der Via Liberazione die kleine Molina Cevada und nach Norden entlang der Via Molinetto die schöne Wassermühle Molinetto della Croda aus dem 17. Jahrh., die 1953 den Betrieb einstellte und heute für Besucher zum Maismahlen mit nur einem Handgriff anschaulich in Betrieb geht. Im Müllerhaus will noch ein Passito, der typisch süße Rotwein aus getrokneten Trauben, erst im Dezember gelesen, gekostet werden. Tipp: Reiseführer

Weitere Tipps, Bilder und Texte finden Sie hier. Die Geschichte als Printartikel gabs im Heft BZB/April/2007


Toskana fürs Auge - die Magie
der Val d’Orcia

Toskana fürs Auge - die Magie der Val d’Orcia

Was den Reiz dieses südlich von Siena gelegenen Naturparks Val d’Orcia am Fuß des Monte Amiata ausmacht, sind seine Weite und der Himmel, das stündlich wechselnde Schauspiel von Wolken und Licht, sowie die Schönheit der hügelreichen Äcker und Felder mit einzeln und in Gruppen stehenden Zypressen, uns vertraut aus Film- und TV-Szenen. Dies spiegelt sich auch in den Bildern aus jener Gegend wider, die eine magische Wirkung auf uns ausüben. In der Val d’Orcia finden sich tatsächlich viele der Fotomotive, die das schöne Klischee der Toskana mit geprägt haben. Und mitten drin, aber noch weiter südlich ... Print

Weiter: ... von der Crete Senesi gelegen, zwischen der zwei alten, wegen ihrer großen Weine berühmten Orte Montalcino und Montepulciano, thront nun Pienza in 491 Metern über dem Meer, ein seit der frühen Renaissance bekanntes, heute für den Verkehr gesperrtes Bergdorf, in dessen verträumter Altstadt trotz des mittäglichen Durchgangstourismus, die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Auf der kleinen, doch größer wirkenden Piazza vor dem Dom warten astronomische und architektonische Geheimnisse auf den Besucher. 1405 wurde hier Enea Silvio Piccolomini geboren, als das Dorf noch Corsignano hieß. 1458 auf dem Höhepunkt seiner Blitzkarriere zum Papst gewählt, nannte er sich fortan Pius II. , also der Heilige; und ließ sogleich sein Pienza, die Stadt des Pius bauen. Heute erleben wir einen Ausblick rechts und links am Dom vorbei und von der Stadtmauer aus, über das gesamte Tal bis hinüber zum heiligen Berg der Toskaner, ganz so wie der Humanist Pius II. seiner Zeit weit voraus, die Natur visuell in das alltägliche Stadtleben neu einbezog.

Im Mai wandern, radeln und reiten Naturfreunde über die „weißen Straßen“, die urtypischen Wege zwischen den Höfen. Motorräder und Cabriolets summen zwischen Zypressen die Straßen entlang. Am 21. Mai 2007 schaukeln die 373 Oldtimer der alljährlichen Mille Miglia zwischen Mohnfeldern, gelbem Ginster und Raps die Kurven bis zum Stadttor hinauf. Diese sich jährlich wiederholende 1.000 Meilen-Rallye quer durch halb Italien wechselt zwar die Routen, führt aber immer durch den Corso des gleichnamigen Architekten Bernardo „il Rossellino“ von Pienza. Die saisonale Küche lässt sich mittags wie abends im Freien genießen. Sehr typisch und günstig zum Beispiel im Sette di Vino in Pienza. In der Osteria wird rustikal aufgetischt. Mittags unterm Sonnen-schirm kommt man da schon mal ins Schwitzen. Wer es heißer mag, badet in den 35° C warmen Thermalquellen des nahen Bagno Vignoni.

Bereits die Etrusker kannten die heilende Wirkung des aus dem erloschenen Vulkan des Amiata sprudelnden Wassers und auch Pius II. suchte hier seine Leiden zu lindern. Heute findet man im neuen fünf Sterne Spa Hotel Adler Thermae den größten Komfort für Leib, Seele und Augen, mit unvergesslichem Blick in die traumhafte Val d'Orcia, aus dem quellfrisch gespeisten Pool direkt vor seinem Appartement. Tipp: Reiseführer

Weitere Tipps, Bilder und Texte finden Sie hier. Die Geschichte als Printartikel gabs im Heft BZB/April/2006


Tobago – die Palmenstrände aus dem Bilderbuch

Tobago – die Palmenstrände aus dem Bilderbuch

Natürlich ist es einiges teuerer, eine Trauminsel für den Urlaub zu wählen, bei diesem Eiland werden Sie trotzdem voll auf Ihre Kosten kommen. Was sonst, wenn nicht Palmenstrände, verbinden wir mit dem Wort Karibik, dazu Exotik überall, bei der Kleidung der Einheimischen, der Flora und der so reichlich dargebotenen Früchte, der bunten Häuser und Fischerboote. Zu einigen Hotels könnte man vom nahen Flugplatz problemlos zu Fuß gehen - keine Angst, bei den zwei Starts und Landungen am Tag stört das keinen, selbst die Brandung der nahen Küste erzeugt schon ein gewisses Grundrauschen ... Print

Die unbeachtete Insel in der südlichsten Karibik

Eine Trauminsel für den Urlaub zu wählen, scheint unbezahlbar und auch „Karibik“ hört sich teuer an. Zu diesem kleinen Eiland kommt man jedoch zu moderaten Preisen und trotzdem auf seine Kosten.

Was sonst, wenn nicht Palmenstrände, verbinden wir mit dem Wort Karibik. Exotik überall, bei der farbenfrohen Kleidung der Einheimischen, der Flora und den reichlich dargebotenen Früchten, den bunt angestrichenen Häusern und Fischerbooten, oder den ungewohnten Klängen der Steelbands. Wir landen auf Tobago und finden, was wir suchen.

Man spricht englisch. Zu einigen Hotels könnte man von dem winzigen Flugplatz problemlos zu Fuß gehen, wäre da nicht die unerwartete Wärme. So ergibt man sich besser schon bei der Ankunft in eine hier heimische Gelassenheit und wahrt sein Gesicht, auch wenn der Taxitransfer vermeintlich eine halbe Ewigkeit braucht. Um so entspannter kann man die nächsten Tage angehen, wo einfaches Geldwechseln, Obst oder Kaffee an irgendeinem Straßenshop bestellen, schon mal den halben Vormittag ausfüllen kann.

Die Kunst des Müßiggangs

Liegt man endlich am lang ersehnten Strand, wird es unter der schnell heißer werdenden Sonne mit dem Lesen der mitgebrachten Lektüre dann doch nichts. Man lässt sich lieber auf das Rauschen der Wellen und der Palmblätter im leichten Wind ein, lauscht den Lauten der Vögel und der Musik der umher ziehenden Strandmusiker. Bis zur Rückreise läuft die Zeit nun anders. Vor oder erst nach dem Frühstück am Strand entlang zu schlendern, um nach neu angespülten Muscheln zu suchen, ist an den ersten Tagen die beste Wahl. Man gewöhnt sich auch bald daran, dass die Sonne gegen 18 Uhr im Meer versinkt, man zum Abendessen bereits den Horizont im dunklen Meer sucht, während man zum Fruit-, Rum- Punsh oder Ingwerbier vor dem Fisch vom Grill den fernen Calypsoklängen der Steelpans lauscht – jenen unvergesslich klingenden, traditionell aus alten Benzinfässern gehämmerten Trommeln, die hier das ganze Jahr über gespielt werden, bis dann im Februar der Höhepunkt zum Carneval erreicht ist und in Scarborough, Tobagos kleinem Hauptstädtchen, 100 köpfige Orchester an einer Tribüne des Panorama-Festivals vorbeiziehen.

Reizvolle Ausflüge für Schnorchler und Abenteurer

Nach einigen Tagen des Müßiggangs locken nun Ausflüge, etwa mit einem Glasbodenboot zu den Buccoo Coral Reefs, zum Schnorcheln im Nylon Pool, dessen abgelagerte Korallenbänke im türkis leuchtenden teilweise bauchhohen warmen Wasser mit Badeschuhen sogar zu begehen sind. Oder zum Pigeon Point, dem märchenhaften langen Palmenstrand, an dem alle paar Wochen die Beiboote eines Kreuzfahrers zum Barbecue am Bootssteg anlanden. Abenteurer verlassen den Südwestzipfel und fahren über Stock und Stein zu den einsamen Palmen der Englishmans Bay, oder zum Arnos Vale Wasserrad, einer von 1765 stammenden Zuckerrohrmühle – von Orangen, Limonen und Kakaopflanzen überwuchert.

Schon ist Abreisetag, oder haben wir nur geträumt?

Weitere Tipps, Bilder und Texte finden Sie hier. Die Geschichte als Printartikel gabs im Heft BZB/Mai/2007

 


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